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Hermannstadt – Deutsch ist die zweitwichtigste Fremdsprache in Europa. Das deutschsprachige Schulsystem in Rumänien, Erbstück der deutschen Minderheit, mit landesweit über 60 Schulen und ca. 19.000 Schülern, sucht seinesgleichen in Osteuropa. Beliebt sind sie heute vor allem bei rumänischen Eltern, die sie als Kaderschmieden für ihre Kinder betrachten.Allein in Hermannstadt gibt es rund 200 deutsche Firmen, die diese Schüler frühzeitig an sich binden und nach ihrem Studium bevorzugt einstellen. Ein Beispiel: der deutsche Autozulieferer Marquardt, der dort etwa 2800 Arbeitsplätze stellt. Deutschland unterstützt das deutsche Schulsystem in Rumänien finanziell äußerst großzügig: Allein im Vorjahr genehmigte der Bundesrat eine Förderung von 1,35 Millionen Euro. Zudem unterrichten derzeit 23 Lehrer aus Deutschland im Lehrerentsendeprogramm in Rumänien.

Dennoch ist der eklatante Lehrermangel in den deutschen Schulen Rumäniens ein bislang ungelöstes Problem. Das Lehramt ist für Studenten heutzutage nicht mehr attraktiv, die Gehälter für Junglehrer sind oft um ein Mehrfaches geringer als für Berufsanfänger in der Industrie. Ausgerechnet der größte Nutznießer der deutschen Schulen wird damit zum Mitverursacher der Krise! „Im digitalen Zeitalter wollen viele Abiturienten nicht mehr die Fächer auf Lehramt studieren, sondern lieber als Informatiker oder Ingenieure in die freie Wirtschaft gehen, wo sie das Zwei- bis Vierfache eines Lehrergehaltes verdienen können“, schreibt Annett Müller-Heinze, die sich in ihrem Artikel „Lehrermangel auf siebenbürgisch“ auf mdr.de umfassend mit diesem Problem auseinandersetzt.

In zahlreichen Fächern, verweist sie, gibt es für pensionierte Lehrer auch langfristig keinen Ersatz. Ein Beispiel: der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, der am Brukenthal-Gymnasium Mathematik unterrichtet und sich seit langem in der Landesschulkommission des Demokratischen Forums der Deutschen (DFDR) für den Erhalt der deutschsprachigen Schulen einsetzt. Mit 66 Jahren könnte er längst in Rente gehen, doch macht er aus Idealismus weiter, zumindest bis ein Nachfolger gefunden ist. Als prominentestes Beispiel nennt Brukenthal-Direktorin Monica Hay Staatspräsident Klaus Johannis, der in den 1990er Jahren dort Physik unterrichtete. Bis heute habe man für seine Stelle keinen Ersatz gefunden. Wenn aber ganze Fächer nicht mehr auf Deutsch unterrichtet werden, merke man dies sofort an der Sprachkompetenz, klagt Hay. Inzwischen muss die Hälfte des Unterrichts auf Rumänisch abgehalten werden.

Auf der Schulleitertagung in Hermannstadt Ende Oktober wurde ein weiteres Problem angesprochen: Die Bedingungen für die Entsendung von Lehrern aus Deutschland hätten sich geändert. In Zukunft werde es für Schulen, die schon länger vom Entsendeprogramm profitieren, schwerer, einen Austauschlehrer zu bekommen. Erleichterung bringt das ­Programm Funda-MINT, das Lehramtstudenten oder Absolventen einen sechsmonatigen Aufenthalt in Rumänien ermöglicht. Sie könnten im Unterricht unterstützen oder ganze Teile übernehmen.

Von den Fördergeldern aus Deutschland erhält jeder Lehrer oder Erzieher, der in Rumänien auf Deutsch unterrichtet, ca. 100 Euro Gehaltszuschuss. „Für Botteschs junge Kollegen am Brukenthal-Gymnasium ist das ein Viertel ihres Nettogehalts“, erklärt Müller-Heinze. Viele Lehrer empfänden den Zuschuss durchaus als Motivation, zitiert sie Bottesch, doch offenbar nicht ausreichend, um Fachlehrer wie ihn zu ersetzen.

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