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Eine der ersten Initiativen der deutschen Minderheit nach dem Sturz Ceaușescus im Dezember 1989 war die Gründung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien. Seither hat Martin Bottesch verschiedene Funktionen inne, seit 2013 ist er Vorsitzender des Siebenbürgenforums. Der 1953 in Großpold geborene Landler ist heute – obwohl seit kurzem im Rentenalter – weiter als Mathematiklehrer am Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt tätig, weil er gebraucht wird. Melita Tuschinski führte mit ihm das folgende Interview.

Wie kamen Sie zu der politischen Rolle, die Sie zurzeit spielen?
1990, als die meisten Siebenbürger Sachsen und Landler in den Westen zogen, war ich 37 Jahre alt, unser jüngerer Sohn ging in den Kindergarten und der Ältere zur Schule, wir lebten in Mühlbach und siedelten 1992 nach Hermannstadt um, als wir beschlossen zu bleiben. Ich war 14 Jahre lang Mathelehrer am Lyzeum in Mühlbach und auch Gründungsmitglied des Deutschen Forums in jener Stadt gewesen. Als Intellektuelle haben wir uns mit anderen zusammengefunden und einen Ortsverband des Forums gegründet, wie es auch anderswo geschah. Die bleibende deutsche Minderheit musste eine Vertretung haben. Ende 1989 und Anfang 1990 haben wir das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien gegründet mit Zweigstellen in verschiedenen Orten wie in Mühlbach. Zwei Jahre lang war ich Vorsitzender des Kreisverbands Alba.

Haben sich Ihre Ziele gewandelt, und wie sind Sie heute organisiert?
Unsere Ziele sind generell gleichgeblieben. Gewandelt haben sich die Situation und die Möglichkeiten, diese Ziele umzusetzen. Wir wollen weiterhin die deutsche Sprache in Rumänien erhalten, die Schulen usw. In den einzelnen Ortschaften gibt es Ortsforen, dann aber auch Zentrumsforen, die in der Regel ein Gebiet mit mehreren Ortschaften umfassen. In Hermannstadt gibt es ein Kreisforum, das umfasst die Orte im Kreis Hermannstadt, in denen noch Deutsche leben. In Siebenbürgen existieren 16 Zentrumsforen. Das landesweite Forum in Rumänien hat fünf Regionalverbände: Siebenbürgen, Banat, im Nordwesten das „Forum Nordsiebenbürgen“, es umfasst die Gegend um Sathmar, Großwardein und die Maramuresch, das Buchenland-Forum im Nordosten sowie das „Altreich-Forum“ im Süden und Osten.

Martin Bottesch, Vorsitzender des ...
Martin Bottesch, Vorsitzender des Siebenbürgenforums, beim Heimattag 2019 in Dinkelsbühl. Foto: George Dumitriu

Was tun Sie im Bereich der deutschsprachigen Schulen?
Wir haben Schulkommissionen, je eine im Siebenbürgen- und im Landesforum, die sich regelmäßig zu Sitzungen treffen. Da sind schwierige Probleme an der Tageordnung, zum Beispiel der Lehrermangel und die Lehrbücher. Letztere fehlen zum Teil, werden nicht rechtzeitig übersetzt aus dem Rumänischen, oder – wenn sie auf Deutsch verfasst werden sollen – ist es nicht leicht, die passenden Autoren zu finden. Wir haben seit einigen Monaten deshalb eine „Schulbuchbeauftragte“ beim Forum angestellt. Sie befasst sich eigens mit diesen Problemen und hält regen Kontakt zum Bildungsministerium, zu Verlagen, Übersetzern usw. Die Bundesrepublik Deutschland hilft uns dankeswerterweise, so dass wir Lehrern eine Aufwandsentschädigung gewähren können. Das sind etwa 100 Euro monatlich, je nach der Zahl der auf Deutsch unterrichteten Stunden. Dies läuft jetzt bereits im fünften Jahr und ist eine sehr gute Sache.

Was für Kulturveranstaltungen organisieren Sie? Wir werden vom rumänischen Staat unterstützt und können dadurch die Kulturveranstaltungen in unseren Orts-, Zentrums- und Regionalforen akzeptabel finanzieren. Wir geben auch Bücher in deutscher Sprache heraus und übersetzen einige ins Rumänische, weil deren Thematik sich zwar auf die deutsche Minderheit bezieht, aber auch andere diese kennen sollten. Im vorigen Jahr haben wir z.B. ein Buch herausgegeben mit Aufzeichnungen der siebenbürgisch-sächsischen Pfarrer während des Ersten Weltkrieges. Wir versuchen, unsere Geschichte aufzuarbeiten und auch publik zu machen, indem wir sie ins Rumänische übersetzen und veröffentlichen. Das Hermannstädter Forum – der Ortsverband – bringt die meisten Bücher heraus. Auch das Kronstädter Forum gibt Bücher heraus, ebenso andere Ortsverbände. Wir geben auch zwei Zeitungen heraus: die Allgemeine Deutsche Zeitung in Rumänien und die Hermannstädter Zeitung. Die rumänische Regierung fördert die Minderheiten über ihre Organisationen, und so finanziert das Forum heute diese Zeitungen aus Mitteln der Regierung.

In was für sonstige Aktivitäten sind Sie mit dem Forum involviert?
Wir sind auch lokalpolitisch, vor allem in Hermannstadt, aktiv, indem wir uns an den Kommunalwahlen beteiligen und seit dem Jahr 2000 in Hermannstadt den Bürgermeister stellen. Seit nunmehr fast 20 Jahren ist der Bürgermeister von Hermannstadt eine Person aus der Reihe der deutschen Minderheit, d.h. ein Sachse – aktuell eine Sächsin. 2004 wurde ich als Forumskandidat zum Vorsitzenden des Hermannstädter Kreisrats gewählt, ein Amt, das ich zwei Amtszeiten innehatte. Die Stadträte gehören mehrheitlich dem Deutschen Forum an, obwohl die deutsche Minderheit nur 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt darstellt. Das kann als Ausdruck des Vertrauens gewertet werden, das die rumänische Bevölkerung der deutschen Minderheit entgegenbringt.

Wie sehen Sie die künftige Zusammenarbeit mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen, dem HOG-Verband usw.?
Ich finde den Austausch und die Zusammenarbeit selbstverständlich und ich glaube, wir haben nur zusammen die Chance, die siebenbürgische Kultur weiterzugeben. Ich befürworte unsere Zusammenarbeit und tue mein Möglichstes, damit sie gut funktioniert. Nach 1990 war das nicht immer eine Selbstverständlichkeit, doch mit der Zeit ist man sich näher gerückt und es hat sich eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und unserem Forum ergeben. In Siebenbürgen steht uns die evangelische Kirche am nächsten, wir arbeiten mit Bischof Reinhart Guib eng zusammen: im Dialog-Ausschuss „Kirche – Forum“ und bei anderen Gelegenheiten, beispielsweise wenn wir das Sachsentreffen vorbereiten. Das Weiterbestehen unserer Gemeinschaft ist ein gemeinsames Ziel. Wir haben voriges Jahr einen gemeinsamen Aufruf an die ausgewanderten Landsleute gerichtet, zu ihrer Heimat zu stehen, ihre Verbundenheit mit der Heimat zu stärken und öfter in Siebenbürgen zu verweilen, auch wenn es nicht um eine Rückwanderung geht.

Dass sie nicht alle Brücken hinter sich abreißen?
Ja, ja! Dass sie noch neue Brücken aufbauen oder die bereits bestehenden verstärken. In den letzten Jahren sind die Kontakte zum HOG-Verband besonders intensiv geworden. Seine Ziele betreffen vor allem die Ortschaften, aus denen die Sachsen ausgewandert sind. Wir möchten auch, dass die Ausgewanderten sich um ihre Ortschaften kümmern, dass sie eine Beziehung zum Bürgermeister und den Rumänen im Ort aufbauen. Irgendwann werden die Rumänen die Burgen und Kirchen übernehmen. Das setzt aber eine Entwicklung im Denken voraus. Im Laufe der Jahre wird das Verständnis dafür zunehmen sowohl auf Seiten der sächsischen als auch der rumänischen Bevölkerung. Auch jetzt schon gibt es Bürgermeister, die sagen: „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber diesen Gütern, die von den Sachsen geschaffen wurden!“ Ich hoffe, dass in einigen Jahren immer mehr Bürgermeister diese Ansicht teilen und deshalb auch die Kontakte der HOGs zu den lokalen Behörden in der Heimat befürworten. Wir in Siebenbürgen haben ohnehin Kontakte zu unseren lokalen Behörden in Landkreisen und Kommunen.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

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